Das Osterkonzert des Bach Consort Wien bringt bedeutende Werke der Musikgeschichte an den Ort zurück, für den sie komponiert worden sind: den sakralen Raum.

 

 

Osterkonzert des Bach Consort Wien 2017

 

Barocke Schätze - Musica sacra
Hommage à Antonio Vivaldi No.2

 

Donnerstag, 6. April 2017 - 19:30 Uhr
Basilika Stift Klosterneuburg

 

 

Antonio Vivaldi (1678 - 1741)


Concerto grosso, RV 156
Sonata al Santo Sepolcro, RV 130
Filiae Maestae Jerusalem - Introduzione al Miserere, RV638
Stabat Mater, RV 612
-
Vestro Principi Divino, RV 633
Beatus vir, RV 598
Gloria, RV 589

 

Rubén Dubrovsky, Leitung


Hanna Herfurtner
Joowon Chung

Andreas Scholl


Bach Consort Wien
Salzburger Bachchor

 

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Das diesjährige Osterkonzert des Bach Consort Wien verspricht nicht nur künstlerischen Genuss, sondern auch konkret Kindern und Jugendlichen in Rumänien, Bulgarien und Moldawien zu helfen. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze hier!


Nach 2015 widmet sich das Osterkonzert 2017 erneut dem, ebenso umfang- wie facettenreichen, Schaffen Antonio Vivaldis.

Vor zwei Jahren war es die Mezzosopranistin Vivica Genaux, die im Wiener Stephansdom wie Dantes Beatrice durch die Welt von Vivaldis Kirchenmuisk-Kompositionen führte. Auch diesmal ist mit Countertenor Andreas Scholl ein Weltstar zu Gast, gemeinsam mit der preisgekrönten Sopranistin Hanna Herfurtner und der brillianten Joowon Chung (Sopran) aus Korea.

 

Bach Consort Wien - Foto: Julia Wesely

 

Vivaldi reloaded

Antonio Vivaldi galt unter seinen Zeitgenossen als unkonventionell, selbstbewusst (vorsichtig ausgedrückt) und als furioser Geiger von beängstigender Virtuosität. Die Demut, die er seinem geistlichen Stand vielleicht schuldig gewesen wäre, schien ihm eher fremd zu sein. Er war ein Meister der rhetorischen Inszenierung, wusste Affekte virtuos und wirkungsvoll zu kontrastieren und schwelgte lustvoll, manchmal geradezu exzessiv in Lautmalereien und Modulationen.

In seinen Motetten findet man freilich auch eine andere Klangsprache. Im Stabat mater ist der Schmerz des Szenarios zwar in jeder Phrase spürbar, aber der Affektgehalt wird nicht auf die Spitze getrieben; das Werk ist geprägt von einer eher verinnerlichten kontemplativen Emotionalität. Der meditative Eindruck wird auch dadurch verstärkt, dass die Teile 4 - 6 musikalisch die Teile 1 - 3 wieder aufnehmen, vielleicht in entfernter Anlehnung an die Struktur des Rosenkranzes mit seiner Wiederholung und geringfügigen Modulation des stets gleichen Textes. Vom musikalischen Charakter her steht Vivaldi hier den Stabat-Mater-Vertonungen von Alessandro Scarlatti oder Pergolesi (letztere ist wenige Jahre später entstanden) näher als dem seiner eigenen Oratorien, die oft wie geistliche Dramen oder Mini-Dramen anmuten.

Auch Vivaldis Komposition des liturgischen Gloria wirkt wie eine geistliche Oper im Kleinformat, die alle dramatischen Höhen und Tiefen durchläuft. In der katholischen Osternachts-Liturgie ist das Gloria ein dramatischer Höhepunkt, auf den die nächtliche Feier zusteuert. Es beendet das liturgische Verstummen, das nach dem Gloria am Gründonnerstag begonnen hat.

Vivaldis Komposition wird dieser exponierten Stellung im österlichen Gottesdienst mehr als gerecht. Jeder Vers des Textes bekommt eine eigene emotionale Farbe. Schon der eingängige Jubel im Eingangssatz wird gleich darauf scharf kontrastiert durch das Et in terra pax: Dies versinnbildlicht das sehnsüchtige Flehen der Menschen guten Willens um einen utopischen Frieden, über den sie sich anscheinend in dicht beieinander liegenden harmonischen Reibungen erst einig werden müssen.

So entfaltet das Werk die – im Text formelhaft verknappte - Erlösungsgeschichte zwischen Himmel und Erde wie ein Beziehungsdrama mit vielen Facetten: Begeisterung, kindlich anmutende innige Ergebenheit an den Vater, Angst und Leid des Gotteslamms, Klage, Sieg über alle Fährnisse und Glückseligkeit unverlierbarer Gemeinschaft.


Das Osterkonzert 2017 wird ermöglicht durch die Unterstützung der BUWOG group

 
 

Mit freundlicher Unterstüzung von

 
 

 
 
 

Gefördert durch das Land Niederösterreich


 
 

Eine Produktion von Viva!Classica
in Zusammenarbeit mit
Stift KlosterneuburgBach Consort Wien und ORF